Murat Kurnaz verbrachte fünf Jahre seines Lebens im US-Gefangenenlager Guantánamo – unter menschenrechtswidrigen Bedingungen, ohne jemals eines Verbrechens angeklagt zu werden, ohne ein Gerichtsverfahren zu erhalten. Obwohl er in Deutschland geboren wurde und aufgewachsen war und seine Unschuld als erwiesen galt, setzte sich die deutsche Regierung lange nicht für seine Freilassung nach Deutschland ein.


Murat Kurnaz ist seit fast sieben Jahren wieder in Freiheit. Ein Problem der Vergangenheit ist seine Geschichte aber nicht. Denn erstens hat US-Präsident Obama sein Versprechen, Guantánamo zu schließen, bis heute nicht eingelöst. Noch immer sind dort 166 Personen inhaftiert, die nie ein rechtsstaatliches Verfahren erhalten haben. Zweitens hat Obama zwar die früher in dem Lager praktizierte Folter verboten. Für die begangenen Menschenrechtsverletzungen wurde jedoch bis heute niemand zur Verantwortung gezogen.


Die Geschichte von Murat Kurnaz führt uns die im Namen des „Kriegs gegen den Terror“ begangenen Menschenrechtsverletzungen eindrücklich vor Augen und erinnert uns daran, dass dieses Unrechtsregime bis heute fortbesteht – mit fataler Signalwirkung für die Einhaltung der Menschenrechte weltweit. Auch bei der Bekämpfung von Terroristen müssen menschenrechtliche Standards eingehalten werden. Die Gefangenen von Guantánamo müssen rechtsstaatliche Verfahren erhalten oder freigelassen werden. Guantánamo muss geschlossen werden – sofort!


AMNESTY INTERNATIONAL setzt sich auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für eine Welt ein, in der die Rechte aller Menschen geachtet werden. Die Stärke der Organisation liegt im freiwilligen und finanziellen Engagement von weltweit mehr als drei Millionen Mitgliedern und Unterstützerinnen/Unterstützern unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen und Altersgruppen. Gemeinsam setzen sie Mut, Kraft und Fantasie für eine Welt ohne Menschenrechtsverletzungen ein. Amnesty erhielt 1977 den Friedensnobelpreis.


Weitere Informationen unter: www.amnesty.de/guantanamo